Tiergarten Schönbrunn wird dritter Zoo in Europa mit Schuppentieren

Chinesisches Schuppentier im Zoo Leipzig. Demnächst wird diese Tierart auch im Tiergarten Schönbrunn zu sehen sein.
© Foto: Zoo Leipzig
Baustelle Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn. © Foto: Daniel Zupanc
(eap) Der Tiergarten Schönbrunn wird der dritte zoologische Garten in Europa sein, in dem künftig Chinesische Schuppentiere zu sehen sein werden. Bislang war diese als akut von der Ausrottung bedroht geltenden Art in Europa nur in den Zoos Leipzig und Prag zu sehen. Einziehen werden die „Tannenzapfen auf vier Beinen“ ins Regenwaldhaus, das derzeit umgestaltet und Anfang 2026 mit einem komplett neuen Konzept und neuen Tierarten wiedereröffnen wird.
„Schuppentiere sind eine besonders spannende Tierfamilie. Es sind die einzigen Säugetiere, deren Haut mit Schuppen überzogen ist. Leider wird dieser schützende Panzer ihnen auch gleichzeitig zum Verhängnis. Da die Schuppen in der traditionellen Medizin eingesetzt werden, werden die Tiere massenweise getötet und ihre Schuppen geschmuggelt“, erklärt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Da Schuppentiere überwiegend nachtaktiv sind, sollen sie im Tiergarten Schönbrunn künftig in einer Anlage gezeigt werden, die dank einer speziellen Lichtsteuerung dem Regenwald bei Nacht nachempfunden sein wird. So werden Besucher die Tiere besser beobachten können.
Um sich nicht nur baulich, sondern auch fachlich auf die Ankunft der neuen Tierart vorzubereiten, hat der Tiergarten Schönbrunn u.a. einen Kooperationsvertrag mit dem Taipei Zoo geschlossen und einen seiner Tierpfleger bereits vor Ort in China schulen lassen.
Mit der zukünftigen Schuppentierhaltung im Regenwaldhaus sollen Besucher auf die akute Gefährdung der Schuppentiere aufmerksam gemacht werden, die weite Teile Ost- und Südasiens sowie der südlichen Länder Afrikas unterhalb der Sahara bevölkern. Gleichzeitig schafft sich der Tiergarten ein weiteres Alleinstellungsmerkmal als einer der wenigen europäischen Zoos, der das Chinesische Schuppentier präsentiert. Eine weitere seltene Tierart, die in dem Wiener Zoo zuhause ist, ist der Große Panda.
Wie Zoos derartige USPs und Bemühungen im Artenschutz strategisch wirksam in der Öffentlichkeitskommunikation platzieren können, erfahren Sie im Beitrag „Zoo-Marketing: Zwischen Tierwohl, Nachhaltigkeit & Entertainment“, erschienen in EAP-Ausgabe 6/2024. ■